Abendvorträge


Die Abendvorträge des Kunstgeschichtlichen Seminars und der Kunstsammlung der Universität Göttingen finden regelmäßig, wenn nicht anders beschrieben, in Raum PH12 des Archäologischen Instituts statt. Eine Teilnahme ist auch online via BBB möglich.


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Mittwoch, 21. Oktober 2026 | 17:00 Uhr | AUDI 11 | Weender Landstraße 2, Göttingen
Prof. Dr. Alexander Košenina (Leibniz Universität Hannover)
Daniel Chodowiecki. Weltbeobachter und Aufklärer.





Mittwoch, 4. November 2026 | 18:30 Uhr | PH 12 | Nikolausberger Weg 15, Göttingen
Prof. Dr. Damian Dombrowski (Julius-Maximilians-Universität Würzburg)
Tiepolos Weltmodell. Vielfalt und Respekt im Treppenhaus der Würzburger Residenz.

1752/53 schuf Giambattista Tiepolo in Würzburg das größte zusammenhängende Gemälde, das je gemalt wurde. Es wird gesäumt von halballegorischen Friesen der vier damals bekannten Kontinente. Ob sich mit Tiepolos Weltdarstellung eine bestimmte Weltdeutung verbindet, ist in der kunsthistorischen Forschung nur selten thematisiert worden. Wenn von einer möglichen Gesamtaussage des Freskos die Rede war, so wurde in ihm die bildliche Erörterung einer schrittweisen Ausbreitung menschlicher Kultur gesehen oder eine diskursive Verschränkung von Kunst und Macht vermutet. Demgegenüber fragt der Vortrag danach, ob die Welthaltigkeit dieses Werks nicht auch zu einem grundsätzlichen Nachdenken über das globale Gefüge anregen kann, und zwar in einem durchaus ‚aktuellen‘ Sinne.
Im Gegensatz zu jüngst angestrengten Versuchen, das Würzburger Fresko für eine Kristallisation von Eurozentrismus und Rassismus zu halten, wird es hier zum einen als Plädoyer für ethnische und kulturelle Vielfalt interpretiert, zum anderen als manifeste, ja radikale Abkehr von einer eurozentrischen Perspektive. In bemerkenswertem Einklang mit der eben einsetzenden ‚anthropologischen Wende‘, wenn nicht sogar im Vorgriff darauf, steckt in Tiepolos Welt- und Menschheitsfresko weniger Abgrenzung von als vielmehr Zusammenhang mit dem Anderen, das in gewisser Weise sogar als das Eigene erkannt wird.

Damian Dombrowski ist Professor am Institut für Kunstgeschichte und Direktor der Neueren Abteilung des Martin von Wagner Museums der Universität Würzburg.






Mittwoch, 3. Dezember 2026 | 18:00 Uhr | Bülow-Saal (Historisches Gebäude der SUB) | Papendiek 14, Göttingen
Podiumsdiskussion mit Dr. Antonius Adamske, Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken, Prof. (apl.) Dr. Sandra Kerschbaumer und Prof. Dr. Michael Thimann
Romantik | Darstellen. Mediale Inszenierungen des Romantischen von 1800 bis zur Gegenwart.

Das Phänomen ‚Romantik‘ beschäftigt Menschen heute wie vor zweihundert Jahren; die Wahrnehmung dessen, was als ‚romantisch‘ verstanden wird, oszilliert. Das verwundert kaum angesichts der Vielfalt an Motiven, Konzepten, Perspektiven, an Inter- und Transmedialitäten. Erhabene Berge und still flimmernde Schneelandschaften stehen neben tosender Brandung, Lawinen und Inferno, einsame Figuren neben wimmelnden Historiendarstellungen; Idyllen kippen ins Unheimliche; das Fragment wird zur Gattung erhoben und steht zugleich neben kosmologischen Zyklen und dem Streben nach Universalität. Text, Bild und Musik sind miteinander verwoben und stehen doch jedes für sich; Mobilitäten und Austausch lassen Romantik als globales und lokales Phänomen mit „Familienähnlichkeiten“ und Individualitäten erscheinen.
Diese exemplarischen Aspekte können nicht nur die anhaltende Faszination erklären, sondern werfen zugleich eine zentrale Frage auf: Wie Romantik darstellen? Dieser und weiteren Fragen gehen vier Expert:innen im Rahmen der Podiumsdiskussion nach. Dabei beschränken sie sich nicht auf ein einzelnes Medium oder auf Vergangenheit oder Gegenwart, sondern eröffnen bewusst Diskussionsräume für übergreifende Perspektiven.

Podiumsdiskussion_Romantik_Plakat



Mittwoch, 16. Dezember 2026 | 18:30 Uhr | PH 12 | Nikolausberger Weg 15, Göttingen
Prof. Dr. Kristin Böse (Goethe-Universität Frankfurt)
Auf den Kopf gestellt. Zur Wahrnehmung der Unterseite in der mittelalterlichen Schatzkunst