Zum Einfluss der Hangneigung auf die Beanspruchung von
Forstmaschinenführern bei der vollmechanisierten Holzernte

Projektkooperation zwischen Abt. Arbeitswissenschaft und Verfahrenstechnologie und SVLFG untersucht Stressreaktionen von Forstmaschinenführern bei der Arbeit im Hang mittels Eye-Tracking-System

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Abb. 1: Maschinenführer beim Entladen (Poltern) mit Eye-Tracking-System


Vollmechanisierte Holzerntesysteme finden aufgrund ihrer Produktivität und der hohen Arbeitssicherheit in der Forstwirtschaft weltweit Anwendung. Harvester und Forwarder unterliegen seit ihrem Auftreten zudem einer ständigen Weiterentwicklung. Kranspitzensteuerungen und drehbare Kabinen tragen mittlerweile als Ausführungsassistenzsysteme entschieden zu einer Produktivitätssteigerung bei.

Aufgrund der Waldverteilung ist die Ernte und Bereitstellung von Rundholz im geneigten Gelände mittlerweile üblich. Traktionshilfswinden unterstützen Harvester und Forwarder dabei, im Übergangsgelände (30 bis 55 % Geländeneigung nach KWF) Schlupf zu reduzieren und Holz sicher zu ernten und zum Polterplatz zu bringen.

Die Tätigkeit eines Forstmaschinenführers jedoch ist von hoher kognitiver Beanspruchung geprägt – insbesondere im geneigten Gelände. Der steigende Trend hochmechanisierter Rohholzbereitstellung weltweit legt nahe, die Ausprägung dieser Beanspruchungen detaillierter zu analysieren, auch und vor allem im Hinblick auf leistungsspezifische und ergonomische Rationalisierungspotenziale in diesen Arbeitssystemen.

Zur ganzheitlichen Beanspruchungsanalyse werden in Zusammenarbeit zwischen der Abteilung Arbeitswissenschaft und Verfahrenstechnologie und der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) mittels eines Eye-Tracking-Systems Stressparameter wie Fixationen und Blickwechsel (sog. Sakkaden) erfasst. Bei der Datenauswertung können so Ablaufabschnitte mit besonderem Fokus auf den Forwarder (Fahren voll, Fahren leer, Laden, Entladen) mit diesen Stressparametern in Verbindung gebracht werden. Auch die Analyse von sog. „Areas of Interest“ (Fixationsbereichen) kann dabei helfen, die Arbeit auf den Maschinen produktiver und menschengerechter zu gestalten.


Kontakt

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Prof. Dr. Dirk Jaeger
Abteilungsleiter

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Dr. Florian Hartsch, Assessor des Forstdienstes
Wissenschaftlicher Mitarbeiter