Falten- und Überschiebungsgürtel
Falten- und Überschiebungsgürtel gehören zu den weltweit am weitesten verbreiteten tektonischen Systemen und stellen den wichtigsten Mechanismus dar, durch den die kontinentale Kruste kompressive Deformation aufnimmt. Große Gebirgsgürtel wie der Himalaya, die Alpen und die Anden sind klassische Beispiele, bei denen langfristige Konvergenz zu komplexen strukturellen Architekturen, aktiver Deformation und erheblichen seismischen Gefährdungen geführt hat. Trotz umfangreicher Forschung bleiben grundlegende Fragen offen, insbesondere dazu, wie sich diese Systeme bilden, wie sich ihre Strukturstile im Laufe der Zeit entwickeln und welchen Einfluss geologische Vorprägung, Stratigraphie und Gesteinseigenschaften auf ihre Entwicklung haben.
Unsere Forschungsgruppe konzentriert sich auf das Verständnis der strukturellen und geomorphologischen Entwicklung aktiv deformierender Falten- und Überschiebungsgürtel, mit besonderem Schwerpunkt auf dem Himalaya und den Anden. Wir untersuchen die Zusammenhänge zwischen aktiven Störungen, tektonischen Landformen, Deformationsraten und Erdbebenentstehung durch die Integration verschiedener Datensätze über ein breites Spektrum von Zeitskalen hinweg. Unser Ansatz kombiniert strukturgeologische Kartierung, digitale topographische und tektono-geomorphologische Analysen sowie geochronologische Methoden. Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis dafür zu entwickeln, wie Deformation im Laufe der Zeit verteilt wird und wie sich Strukturstile in aktiven kompressiven Gebirgsgürteln entwickeln.